Holtzbrinck signalisiert Interesse an Weltbild

Der Stuttgarter Medienkonzern Georg von Holtzbrinck («Handelsblatt», «Tagesspiegel») interessiert sich für die voraussichtlich zum Verkauf stehende Augsburger Weltbild-Gruppe. «Wir werden sicherlich eine Offerte erwägen», sagte Jochen Gutbrod, der stellvertretende Vorsitzende der Holtzbrinck-Geschäftsführung, der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstagausgabe). Holtzbrinck dürfte sich dem Bericht zufolge dabei vor allem für den niederländischen Online-Buchversender bol.com und den Buchverlag Droemer Knaur interessieren. Beide Unternehmen gehören schon heute Holtzbrinck und Weltbild gemeinsam.

Weltbild, das bisher von der katholischen Kirche kontrolliert wird, ist der größte deutsche Buchhändler. Das Unternehmen hat mitgeteilt, seine Eigentümerstruktur stehe auf dem Prüfstand. Auch ein Verkauf sei nicht ausgeschlossen. Der Wert der Weltbild-Gruppe wird intern mit 400 bis 500 Millionen Euro beziffert. Weltbild-Aufsichtsratschef Klaus Donaubauer sagte der Zeitung, bei einem möglichen Verkauf werde auf die Interessen der rund 7400 Mitarbeiter Rücksicht genommen. Die Eigentümer seien sich ihrer «Verantwortung als kirchliche Gesellschafter» bewusst, sagte Donaubauer.

Veröffentlicht in:  on Juli 7, 2008 at 7:13 Kommentar schreiben
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Wirtschaft hält höhere Preise wegen Energiekosten für unvermeidlich

Die deutsche Wirtschaft sieht sich wegen der gestiegenen Energiepreise zu Preiserhöhungen gezwungen. «Viele Unternehmen können die stark gestiegenen Energiepreise bei den engen Margen schlicht nicht allein schultern. Sie haben nur die Möglichkeit der Preiserhöhung, oder sie geraten ernsthaft in Gefahr und damit auch deren Arbeitsplätze», sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, dem «Handelsblatt» (Dienstagsausgabe). Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) rechnen mit Preiserhöhungen auf breiter Front.

BGA-Präsident Anton Börner erwartet einen weiteren Preisschub durch die Unternehmen. Die gestiegenen Energiekosten erreichten den Großhandel auf breiter Front. «Die Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen und werden nicht umhinkommen, den Preisdruck teilweise weiterzugeben, wenn es nicht zulasten der Ertragskraft und Beschäftigung gehen soll», sagte Börner der Zeitung.

Beim BDI hieß es, die höheren Kosten könnten nur in Ausnahmefällen auf die Kunden abgewälzt werden. «In der Regel sind die Spielräume sehr eng und begrenzt», sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Insofern steige durch die Inflation der Druck auf die Wirtschaft. Sie müsse versuchen, die Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Nach Ansicht des Industrieverbandes können die höheren Kosten allerdings nicht in jedem Unternehmen aufgefangen werden. Wo es nicht anders geht, «müssen am Ende des Tages doch die Preise erhöht werden», sagte Schnappauf weiter.

Veröffentlicht in:  on at 7:11 Kommentar schreiben
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Rot-Schwarz in Österreich gescheitert

Die rot-schwarze Regierungskoalition in Österreich ist nach eineinhalb Jahren gescheitert. Beide Koalitionsparteien gaben grünes Licht für die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gab darüber hinaus seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bekannt. Die politische Lawine war durch den Vorsitzenden der konservativen ÖVP, Wilhelm Molterer, ausgelöst worden, der die Koalition mit der SPÖ aufkündigte und Neuwahlen forderte. Nach Umfragen liegt die Volkspartei zurzeit vor der SPÖ.

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Nicole Kidman und Keith Urban haben ein Mädchen

Erster Nachwuchs für Hollywoodstar Nicole Kidman und Countrystar Keith Urban: Tochter Sunday Rose ist in der amerikanischen Musikmetropole Nashville auf die Welt gekommen, berichtete das «People»-Magazin. In der Nacht zum Sonntag hatte Kidman ihren Mann noch bei einem Konzert in Nashville begleitet. Die aus Australien stammende Kidman hatte die Schwangerschaft im Januar bekanntgegeben. Sie hat zwei ältere Adoptivkinder aus ihrer Ehe mit Hollywoodstar Tom Cruise.

Verheerende Hitzeperioden für Australien prophezeit

Perth (pte/07.07.2008/13:55) – Seit knapp sechs Jahren leidet Australien unter einer Dürreperiode, die als schlimmste in der Geschichte gilt. Nach dem jüngsten Garnaut-Klimabericht http://www.garnautreview.org.au ist das allerdings erst der Anfang, denn in Zukunft könnten Dürre und Hitze zur Tagesordnung werden. Im Klimabericht ist etwa die Rede davon, dass neben der Häufigkeit dieser Perioden auch die betroffenen Flächen bis auf das Doppelte anwachsen könnten.

Derzeit treten in Australien außergewöhnlich heiße Jahre ungefähr im Abstand von 20 bis 25 Jahren auf, berichtet die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation CSIRO http://www.csiro.au. In Zukunft könnten solche Hitzeperioden im Zweijahres-Rhythmus, im schlimmsten Fall sogar jedes Jahr, auftreten. Seit 1955 hat die Zahl der heißen Tage und Nächte deutlich zugenommen. Im Februar 2004 etwa lagen die Maximaltemperaturen in vielen Regionen fünf bis sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt. In Adelaide konnte man sogar an 17 aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von mehr als 30 Grad messen. Hier liegt der langjährige Durchschnitt solcher Tage bisher bei 14 Tagen. Im März 2008 konnten die Meteorologen in Adelaide an 15 aufeinander folgenden Tagen Temperaturen von 35 Grad und darüber und 13 aufeinander folgende Tage mit 37,8 Grad und darüber messen. In Melbourne verzeichneten die Meteorologen die Rekordmarke von 36,9 Grad Minimum bei den Nachttemperaturen.

Noch verheerender als die Hitze werde sich die Dürre auswirken, schreiben die Forscher. Der Temperaturanstieg um nur ein Grad Celsius bewirkt eine 15-prozentige Verringerung der Abflussrate im Murray-Darling-Basin. Das Murray-Darling-System liefert etwa 41 Prozent der gesamten australischen Landwirtschaftsgüter. Aus dem Basin, das der Fläche von Spanien und Frankreich zusammen entspricht, durfte im Vorjahr Wasser nur noch als Trinkwasser und nicht mehr zur Bewässerung verwendet werden. (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070421005 ). Vor einigen Jahren galt Australien als zweitgrößter Weizenexporteur. Seit Jahren ist die Produktion rückläufig. Im Vorjahr führte das Land nur 13 Mio. Tonnen aus.

Die Ursachen für die Trockenheit sind wie etwa im südwestlichen Westaustralien eine Kombination aus natürlicher Variabilität, der Zunahme an Treibhausgasen und der nicht nachhaltigen Landnutzung. Etwa die Hälfte der Dürrekatastrophen ist auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen, der Rest liegt in natürlichen Schwankungen wie dem El Nino und tropischen Zyklonen.

Recyclinghaus mit Bio-Architektur

 Treviso (pte/07.07.2008/11:45) – Die auf Müllentsorgung spezialisierte Servizi Ambientali Veneto Nord Orientale (Savno) http://www.savno.it hat an ihrem Geschäftssitz in Conegliano Veneto Italiens erstes voll recyceltes Ökohaus errichtet. Das zweistöckige Bürogebäude mit 600 Quadratmetern Nutzfläche ist hundertprozentig mit aus der getrennten Müllsammlung stammenden Materialien gefertigt. „Die Baukostensumme liegt zwar um 20 Prozent über der einer vergleichbaren herkömmlichen Konstruktion“, erklärt Firmenleiter Riccardo Szumski. „Angesichts der starken ökologischen Ausrichtung wird sich die Mehrausgabe in kurzer Zeit amortisiert haben.“

Szumski verweist dabei besonders auf die weit vorangetriebene Wärmedämmung. Die Fußböden sind mit aus Altpapier gewonnener Zellulosefaser und gebrauchten Flaschenkorken isoliert. Über 11.000 PET-Flaschen wurden zu wärme- und geräuschisolierenden Panelen verarbeitet, die wegen des Fehlens von Klebern als besonders umweltfreundlich gelten und bei Gebäudebränden keinen giftigen Rauch verursachen. Die Wände hingegen sind aus Holz-Zement-Platten gefertigt. Türen und Fenster stammen aus recyceltem Aluminium, während die Trägerelemente aus wiederverwendbarem Stahl bestehen. Sogar das dazugehörige Mobiliar wie Stühle und Schreibtische sind aus Recyclingmaterial zusammengesetzt.

Der wegen der Dämmeffekte niedrig gehaltene Energiebedarf wird durch Wärmepumpen und Photovoltaikmodule gedeckt. Um die wärmedämmende und klimatisierende Wirkung weiter zu erhöhen, ist außerdem die Einrichtung eines Dachgartens vorgesehen, der mit aus der getrennten Müllsammlung gewonnenem Kompost gedüngt wird. Er soll vor allem die Feststaubanteile der Luft binden und die Feuchtigkeit konservieren. Zur Bewässerung der Pflanzen und Versorgung der Hygieneeinrichtungen wird auf dem Dach gesammeltes Regenwasser verwendet. „Zeiterscheinungen wie Klimawandel und Rohstoffmangel haben uns bei unserem Neubau die Entscheidung zu Gunsten einer Bio-Architektur leicht gemacht, die umweltverträglich ist und zudem mit unserer Geschäftstätigkeit voll in Einklang steht“, bestätigt Szumski.

Die in 35 Gemeinden im Einzugsgebiet von Treviso tätige Savno liegt mit einem Mülltrennungsanteil von 76 Prozent auf einem der Spitzenplätze der italienischen Rangskala. Anerkennung erhielt das seit sieben Jahren bestehende Konsortium auch vom italienischen Gesundheitsminister Maurizio Sacconi, der in einem Dankesschreiben die Vorbildfunktion des Projektes hervorhob. Savno arbeitet derzeit zusammen mit dem italienischen Getränkehandelsverband Italgrob an einem Projekt für die Wiederbelebung von Leergutsystemen.

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ÖkoButler senkt Stand-by-Verbrauch unter EU-Vorschlag

Lünen (pts/07.07.2008/09:00) – Laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ plant die EU eine gesetzliche Regelung zur Reduzierung von sinnloser Stromverschwendung durch Stand-by-Schaltungen. Demzufolge dürfen Elektrogeräte wie Fernseher, Computer und HiFi-Anlagen im Stand-by-Modus nicht mehr als ein bis zwei Watt an Leistung aufnehmen.

Ersatzschaltung zieht Netzstecker
Der ÖkoButler, ein neues Energiespargerät, trennt PC und Unterhaltungselektronik nach dem Gebrauch automatisch vom Netz, ohne dass diese von Hand ausgeschaltet werden müssten. Wieder eingeschaltet wird anschließend über eine der vorhandenen Infrarot-Fernbedienungen der angeschlossenen Geräte oder einen Kabeltaster. Der ÖkoButler übernimmt, vereinfacht dargestellt, die Stand-by-Funktion der Geräte bei weniger als einem halben Watt Eigenverbrauch und zieht, bildlich gesprochen, nach Gebrauch den Netzstecker der nicht mehr benötigten Geräte. Darüber hinaus können mehrere Geräte zusammengefasst werden, zum Beispiel Computer und TFT-Monitor oder Plasma-TV und DVD-Recorder.

Stand-by teurer als Kochen mit Strom
Der ÖkoButler kann dabei soviel Energie einsparen helfen, wie in einem durchschnittlichem Haushalt zum Kochen mit elektrischem Strom aufgewendet werden muss. Stand-by-Schaltungen und nur scheinbar ausgeschaltete Elektrogeräte wie Bildschirme, Computer und Lautsprechersysteme, sparen den Herstellern dieser Geräte lediglich die Mehrkosten für echte Netzschalter. Einsparungen, die letzten Endes tausendfach von den Verbrauchern draufgezahlt werden müssen, weil völlig unnötig Energie abgezapft wird. Dass es auch mit wesentlich weniger Bereitschaftsleistung geht, beweist der ÖkoButler mit gerade mal einem halben Watt Leistungsaufnahme.

Automatik hilft bei Disziplinlosigkeit
Die beste Lösung im Sinne der Klimaschonung ist nach wie vor das manuelle Abschalten bzw. Steckerziehen nach jedem Gebrauch. Wenn der Komfort jedoch leidet oder alte Gewohnheiten abgelegt werden müssen, scheitern die besten Vorsätze bereits nach kurzer Zeit an Disziplinlosigkeit oder Faulheit und gehen ihrerseits in Stand-by. Die automatische Netztrennung mit einem ÖkoButler, schlägt die Brücke zwischen Komfort und Energieeffizienz. Ein Butler, der für uns den Stecker zieht und sich durch dessen Einsparungen selber trägt, ist eine Idee deren Zeit gekommen ist.

Weitere Informationen zum neuen ÖkoButler unter: http://www.ecobutler.de

Reproduktionsmedizin für Kinder problemlos

Cambridge (pte/07.07.2008/06:00) – Kindern, die mit Hilfe von gespendetem Sperma, gespendeten Eizellen oder von Leihmüttern auf die Welt gekommen sind, geht es emotional gleich gut wie ihren Altersgenossen, die natürlich empfangen worden sind. Eine Studie der University of Cambridge http://www.cam.ac.uk begleitete die Kinder bis zu ihrem siebenten Lebensjahr und konnte in den Familienbeziehungen der beiden Kindergruppen nur wenige Unterschiede feststellen. Emotionale Themen spielten bei der Gruppe der nicht natürlich empfangenen Kinder eine größere Rolle. An der Studie nahmen laut BBC insgesamt 198 Familien teil.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Bedenken, dass Kinder, die nicht natürlich entstanden sind, mehr emotionale Probleme haben könnten. Es wurde auch für denkbar gehalten, dass die Eltern sich ihnen gegenüber weniger positiv verhalten könnten. Als weiteres mögliches Problem wurde angesehen, dass sich das Kind nicht als voll akzeptiertes Mitglied der Familie sehen könnte. Die Wissenschaftlerin Polly Casey vom Centre for Family Research an der Cambridge University untersuchte das psychologische Wohlergehen von Eltern und Kindern sowie die Qualität ihrer Beziehungen. Die Kinder erhielten eine „Landkarte“ mit ihnen in der Mitte. In der Folge wurden sie gebeten, die Positionen von Familienmitgliedern und Freunden zu markieren. Grundlage für die Platzierung sollte die emotionale Nähe zu diesem Menschen sein. Die Eltern wurden interviewt, Mütter und Lehrer füllten einen Fragebogen aus, der sich auf das Verhalten des Kindes und sein emotionales Wohlbefinden konzentrierte.

Begleitet wurden schließlich 39 Familien mit Leihmüttern, 43 Familien mit Spermaspendern, 46 Familien mit Eizellenspenden und 70 Familien in denen die Kinder normal empfangen wurden. Nur 39 Prozent der Familien mit Eizellenspenden, 29 Prozent der Familie mit Spermaspendern und 89 Prozent der Eltern, deren Kind von einer Leihmutter stammte, hatten ihren Kindern etwas über ihre Entstehung erzählt. Damit waren es deutlich weniger, als es noch am ersten Geburtstag der Kinder angekündigt hatten. Hauptgründe dafür waren die Angst vom Kind nicht geliebt zu werden oder dass es für sie eine zu große Belastung darstellen könnte.

Es gab schließlich bei den von den Kindern gezeichneten Karten keinen Unterschied ob sie natürlich oder auf anderem Weg empfangen worden waren. Allgemein ließen sich laut Casey bei den Familien keine allgemeinen Unterschiede feststellen. Mütter, deren Kinder durch die Spende von Eizellen entstanden waren, neigten dazu, auf die Ängste ihrer Kinder sensibler zu reagieren als bei Samenspendern. Bei Familien mit Leihmüttern gab es eine gering erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die emotionale Bindung zum Kind stärker als bei so genannten normalen Familien war. Die Antworten in den Fragebögen aller Mütter wiesen keine Unterschiede auf. Die Lehrer, die nicht wussten wie ein Kind empfangen worden war, berichteten von etwas häufiger auftretenden emotionalen Schwierigkeiten wie Angst, bei den nicht natürlich empfangenen Kindern.

Playstation 3: Sony verspielt 3,3 Mrd. Dollar

 Tokio/San Diego/Düsseldorf (pte/07.07.2008/13:30) – Die neue Generation der Sony-Videospielkonsole Playstation 3 http://www.playstation3.com erweist sich für den japanischen Elektronikhersteller als Milliardengrab. Wie das Handelsblatt heute, Montag, unter Berufung auf eine bereits am 23. Juni des laufenden Geschäftsjahres veröffentlichte Börsenpflichtmeldung berichtet, beziffert der Konzern die bisherigen Verluste mit der High-Tech-Spielkonsole auf rund 3,3 Mrd. Dollar. So weist das Unternehmen in der Mitteilung darauf hin, dass „das Risiko besteht, dass Investitionen nicht zurückfließen“. Auch sei es nicht ausgeschlossen, dass die Playstation 3 die „Profitabilität des gesamten Konzerns signifikant negativ“ beeinflussen wird.

„Selbst wenn das Gerät in die Gewinnzone kommt, ist es unwahrscheinlich, dass Sony die erlittenen Verluste je ausgleicht“, zitiert der Bericht David Cole, Analyst beim Marktforschunkungsinstitut DFC Intelligence. Weniger schlimm beurteilt Erste Bank-Analyst Ronald-Peter Stöferle die gegenwärtige Lage Sonys: „So drastisch treffen die Verluste das Unternehmen nicht, sodass wir Sony nach wie vor auf unserer Empfehlungsliste haben. Man sollte hierbei nicht vergessen, dass man als Spielekonsolen-Hersteller erst einmal massiv in die Entwicklung und die Herstellung der Geräte investieren muss, um im internationalen Markt eine Rolle spielen zu können“, unterstreicht der Experte auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Analysten sei in der Playstation 3 ein „revolutionärer Chip mit einer gigantischen Rechenleistung verbaut“. Derzeit problematisch gestaltet sich hingegen der globale Konjunkturabschwung, der Stöferle zufolge nicht nur Sony, sondern die gesamte Branche belastet.

Die aktuelle Gewinnsituation der Playstation 3 stellt sich jedoch kritisch dar. Treten die Prognosen wegen eines Nicht-Zurückfließens der von Sony im großen Ausmaß getätigten Investitionen nicht ein, wäre dies eine Katastrophe, sind sich die Fachleute einig. Schließlich stellt die Spielesparte traditionellerweise den Goldesel des Konzerns dar. Obwohl diese nur 8,5 Mrd. Dollar bzw. rund zwölf Prozent des gesamten Konzernumsatzes ausmacht, trug die Sparte über die Jahre hinweg bis zu 60 Prozent zum Betriebsergebnis bei. Da Sony mit seinen Fernsehern und DVD-Playern, der angeschlagenen Musiksparte und dem Filmgeschäft oft am Rande der Wirtschaftlichkeit arbeitete, sorgte der Spielebereich bislang für lukrativ hohe Renditen, so der Bericht. Die Geschäftszahlen geben dieser Einschätzung recht – seit Einführung der ersten Playstation 1995 spülte der Zweig mehr als fünf Mrd. Dollar in die Kassen der Japaner.

„Die Konsolengeschichte hat gezeigt, dass Erfolge eines Anbieters in einer Spielkonsolengeneration nicht unbedingt in der nächsten fortgesetzt werden. Bei Sony haben wir den Fall, dass die Firma die letzten beiden Konsolengenerationen mit der Playstation 1 und 2 dominierte – in der aktuellen Generation aber der deutliche Verlierer ist. Das heißt: Sony hat eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg um den Konsolenmarkt an sich“, unterstreicht Bernd Hartmann, Consultant bei der Goldmedia GmbH Media Consulting & Research http://www.goldmedia.de, im Gespräch mit pressetext. Laut dem Analysten sei der Konzern jedoch breit genug aufgestellt, um durch eine Sparte nicht völlig in den Abgrund gerissen zu werden. „Deutlich ist auch: Dies ist ein Weckruf. Sony muss bei der nächsten Spielkonsolengeneration sein gesamtes Konsolengeschäftsmodell auf den Prüfstand stellen und zusätzlich wieder Innovationstreiber werden“, unterstreicht Hartmann gegenüber pressetext.

Dennoch ist Sony mit dem Absatzproblem bei Spielekonsolen nicht allein konfrontiert. In Bezug auf die Profitabilität der Playstation 3 sagte Konzernchef Howard Stringer unlängst, diese sei „leicht katastrophal“. Auch Microsoft, dem zweiten großen Spieler in dem heißumkämpften Markt, bereitet das Geschäft mit der Xbox 360 http://www.xbox360.com Kopfzerbrechen. Hier trägt das Konsolengeschäft rund zwölf Prozent zum Gesamtumsatz bei. Trotz ebenfalls niederschmetternder Verluste sind sich Insider darüber einig, dass Microsoft diese Rückschläge besser verkraftet als Sony. Grund dafür ist vor allem, dass die Redmonder ihre Gewinne hauptsächlich in ihrem extrem profitablen Softwaregeschäft erwirtschaften. Trotzdem kränkelt das Konsolengeschäft bei Microsoft. Zwischen 2002, dem Jahr in dem man mit der Xbox startete, und 2006, dem Release des Nachfolgers Xbox 360, musste man einen Verlust von mehr als sieben Mrd. Dollar hinnehmen.

General Motors: Jobkahlschlag und Markenverkauf drohen

 Detroit/Gelsenkirchen (pte/07.07.2008/12:26) – Der US-Automobilhersteller General Motors http://www.gm.com will offenbar Tausende Angestellte entlassen und den Ausverkauf seiner Marken vorantreiben. Wie das Wall Street Journal heute, Montag, unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, könnte der Verwaltungsrat die Streichungen noch im August absegnen. Experten gehen davon aus, dass es aufgrund der schwachen US-Konjunktur und der Rohöl- und Benzinpreise sogar dazu kommen könnte, dass neben der prestigeträchtigen Geländewagensparte Hummer (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080604021) nun bald auch andere Marken zur Disposition stehen. Obwohl General Motors als Mutterkonzern auch für den deutschen Autobauer Opel zuständig ist, dürften sich die Einsparpläne jedoch vorrangig auf das verlustreiche US-Geschäft beziehen. Laut dem Bericht will man so bis 2010 den Profitabilitäts-Turnaround schaffen.

„General Motors muss wie Chrysler und Ford auf die US-Krise reagieren und die Kapazitäten an die massiv gesunkene Nachfrage anpassen. Was wir derzeit jedoch erleben, ist, dass alle jetzt getroffenen Maßnahmen nur kurzfristige Notlösungen sind“, so Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen http://www2.fh-gelsenkirchen.de, im pressetext-Interview. Laut dem Insider hätte vor allem General Motors vor zwei bis drei Jahren, als sich die Treibstofferhöhungen angekündigt hatten, entsprechend viel früher auf diese Entwicklung reagieren müssen. „Sparsame Kompaktwagen hätte man nicht in Europa bauen und dann in die USA importieren lassen sollen, wie dies am Beispiel Opel deutlich wurde. In Anbetracht des schwachen Dollars hätte sich die Produktion und der Verkauf der Kleinwagen vor Ort mehr rentiert“, unterstreicht Dudenhöffer.

Um aus den tiefroten Zahlen herauszukommen, stehen bei General Motors nun sämtliche Marken außer dem Cadillac und dem Chevrolet auf den Prüfstand. Für den Hummer wird bereits nach einem passenden Käufer gesucht. Als weitere Kandidaten, die das Unternehmen auf seine Abstoßliste gesetzt haben soll, nennt der Bericht hingegen die schwedische Marke Saab und die US-Linie Saturn. Die aktuelle Krise, die sich aber nicht nur auf General Motors, sondern auch auf Ford und Chrysler bezieht, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass große, spritfressende Modelle angesichts der Ölpreiskrise zunehmend unpopulär werden. Um dem Nachfrageschwund begegnen zu können, hatte Chrysler erst im März dieses Jahres angekündigt, Internet-ausgestattete Modelle auf den Markt zu bringen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080326001).

„Saab war schon immer eine unrentable Marke für General Motors. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn man diese nun abstößt“, unterstreicht Dudenhöffer gegenüber pressetext. Analysten wie John Murphy von der US-Investmentbank Merrill Lynch hatten zuletzt gesagt, dass sich das Unternehmen in den kommenden Monaten zusätzliches Kapital von bis zu 15 Mrd. Dollar beschaffen müsse. Murphy nach sei eine Zahlungsunfähigkeit „nicht ausgeschlossen“, zitiert die Financial Times Deutschland den Branchenexperten. Zwar stünden dem Konzern rund 24 Mrd. Dollar zur Verfügung, dennoch verbrenne man durch das schlechte Geschäft etwa drei Mrd. Dollar pro Quartal. Die geplanten Kosteneinsparungen sollen nun drastische Einschnitte bei den insgesamt 76.000 Arbeitsplätzen mit sich bringen. Vor allem in den USA will Konzernboss Rick Wagoner kürzen, dennoch sei noch nichts endgültig beschlossen.