Höhere Bildung verringert Demenz-Risiko deutlich

Sehr alte Frauen sind offenbar besonders anfällig für Demenz-Erkrankungen. Laut einer Studie der University of California http://www.uci.edu sind fast die Hälfte aller Frauen über 90 Jahren davon betroffen. Die Analyse der Daten von 900 Menschen über 90 Jahren ergab, dass Männer gleichen Alters weit seltener an Demenz erkranken. Frauen mit einer höheren Bildung sind dagegen scheinbar einem deutlich geringeren Risiko ausgesetzt. Die Ursachen sind derzeit noch nicht erforscht. Ältere Frauen verfügen jedoch über ein höheres Risiko eines Herzanfalls oder eines Schlaganfalls. Beide gelten als Risikofaktoren für Demenz. Details der Studie wurden im Fachmagazin Neurology veröffentlicht.

Das Team um Maria Corrada wies nach, dass die Wahrscheinlichkeit einer Demenz-Erkrankung sich bei Frauen nach dem 90. Lebensjahr alle fünf Jahre verdoppelte. Bei Männern konnte kein vergleichbares Phänomen festgestellt werden. 45 Prozent der Teilnehmerinnen an der Studie waren betroffen, aber nur 28 Prozent der Männer. Eine Studie des King’s Fund http://www.kingsfund.org.uk legte kürzlich nahe, dass die Belastung durch Demenzerkrankungen in den nächsten zwei Jahrzehnten durch die Alterung der Bevölkerung drastisch ansteigen wird. Allein in Großbritannien sollen sich dann die Kosten für die Gesundheitsversorungen auf mehr als 35 Mrd. Pfund erhöhen. Die Anzahl der Demenz-Patienten soll die 900.000-Grenze überschreiten.

Es bestehen Befürchtungen, dass Demenz-Erkrankungen das Gesundheitssystem vor eine völlig neue Herausforderung stellen könnten. Bisher gibt es nur wenige Studien, die sich spezifisch auf Demenz-Erkrankungen bei sehr alten Menschen konzentrieren, berichtet BBC. Die zunehmende Lebenserwartung bedeute jedoch, dass es sich um eine rasch wachsende Bevölkerungsgruppe handelt. Weitere Studien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Demenz-Erkrankungen bei Männern und Frauen zwischen 65 und 85 Jahren immer häufiger auftreten.

Veröffentlicht in:  on Juli 5, 2008 at 2:49 Kommentar schreiben
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Urlaub mit Hund: Herzlich willkommen, Vierbeiner!?

Kein Hund bleibt gerne zu Hause, wenn Herrchen und Frauchen die Koffer packen und in den wohlverdienten Sommerurlaub fahren. Wer sich entscheidet, das Tier mit auf Reisen zu nehmen, muss das bei der Auswahl der Unterkunft am Urlaubsort berücksichtigen: Wo ist mein Tier willkommen? Wo fühlt es sich auch in ungewohnter Umgebung wohl? Die Experten der Fachmarktkette Fressnapf geben einen Überblick:

Ferienhäuser oder -wohnungen
Als Hundehalter verbringen Sie Ihren Urlaub am besten in einem Ferienhaus oder in einer -wohnung. Die meisten Reisenden mit Tier entscheiden sich für dieses Domizil, das oft günstiger ist als eine Unterkunft im Hotel. Ein weiterer Pluspunkt: Ihr Tier kann den Aufenthalt ungestört genießen. Eine Lage im Grünen, ein Garten oder ein großes, eingezäuntes Grundstück sind für Hunde ideal. Sowohl in Deutschland als auch im Ausland gibt es tierfreundliche Angebote. Nützliche Informationen gibt es auf der Fressnapf-Website unter:
http://www.fressnapf.de/tierratgeber/urlaub-mit-haustier.

Campingplätze
Camping ist hundefreundlich: Das mobile Heim lässt sich schnell in eine Umgebung verwandeln, in der sich Ihr Haustier wohl fühlt. Camping¬plätze liegen in der Natur und bieten attraktive Auslaufmöglichkeiten in der nahen Umgebung. Laut ADAC-Campingführer 2008 können Sie während der Hauptsaison in den meisten Campingplätzen Europas damit rechnen, dass Sie Ihr Tier mitbringen dürfen. Die ADAC-Führer gibt es in zwei Bänden: „Südeuropa“ sowie „Nordeuropa“. Sie kosten 17,90 € und geben an, welche Plätze Hunde willkommen heißen. Achtung: Auf manchen Anlagen sind Hunde in Campingwagen oder Wohnmobilen erlaubt, in Zelten aber nicht.

Hotels und Pensionen
In Hotels und Pensionen sind Reisende mit Hund oft nicht gern gesehen. Wenn, dann handelt es sich oft um teurere Feriendomizile, und Sie müssen Zusatzkosten für Ihr Tier in Kauf nehmen: Das können bis zu 10,- € pro Tag sein. Namhafte Hotelführer für Europa, wie Michelin, DAS oder Varta, zeigen mit Symbolen an, ob eine Unterkunft hundefreundlich ist. Einige wenige Hotels und Pensionen verdienen das Prädikat „besonders tierfreundlich“, weil Ihr Hund dort ausdrücklich erwünscht und alles auf sein Wohlbefinden ausgerichtet ist. Unter http://www.fressnapf-reisen.de finden Sie Unterkünfte in Deutschland, Italien, Kroatien, Österreich, Spanien, Tschechien und Ungarn, bei denen Vierbeiner mit von der Partie sein dürfen.

Service-Tipp:
Schnell und einfach zum Wunschdomizil
Ungetrübter Urlaubsspaß für Mensch und Tier – Fressnapf und sein Kooperationspartner, der Ferienhausanbieter Novasol, machen es möglich: Über die Fressnapf-Homepage können sich Interessierte unter 21.000 Ferienhäusern in 21 europäischen Ländern ihr liebstes Feriendomizil aussuchen. Egal, ob es in den Norden oder Süden gehen soll: Die angegebenen Häuser sind allesamt haustierfreundlich – und das ohne Aufpreis. Eine Reservierung können Sie direkt online vornehmen.

Folgender Link führt Sie zum Fressnapf Urlaubsplaner:
http://www.fressnapf.de/tierratgeber/urlaub-mit-haustier .

Dieser Fressnapf Tier-Ratgeber ist Teil einer Serie mit insgesamt acht Servicetexten rund ums Thema Sommer, Urlaub, Mensch und Tier. Hier alle Themen des Sommer-Specials im Überblick:

Nr. 01/2008: Urlaubsplatz für Tiere
Nr. 02/2008: Autoreise mit Hund
Nr. 03/2008: EU-Einreisebestimmungen für Heimtiere
Nr. 04/2008: Tierfreundliche Feriendomizile
Nr. 05/2008: Gesund auf Reisen
Nr. 06/2008: Badeurlaub mit dem Hund
Nr. 07/2008: Hund als Beifahrer
Nr. 08/2008: Füttern im Sommer

Alle Ratgeber zum Download unter http://presse.fressnapf.com/de/redaktionsservice

Raststättenkette Autogrill setzt auf Öko-Betriebe

Die von der Familie Benetton kontrollierte Autobahn-Raststättengesellschaft Autogrill http://www.autogrill.com hat eine weitgehend ökologische Ausrichtung ihres Vertriebsnetzes angekündigt. Bis Ende des Jahres soll bei Ravenna der erste unter dem neuen Logo „EcoGrill“ signierende Betrieb eingeweiht werden. Kernpunkt des firmenintern als „Afuture“ bekannten Entwicklungsprogramms ist die Umstellung auf alternative Energiequellen unter gleichzeitiger Erhöhung der Energieeffizienz.

Statt den Strom aus Erdgas- und Ölkraftwerken zu beziehen, ist die Verwendung von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen vorgesehen. Außerdem soll anhand von Recyclingmaßnahmen mindestens 40 Prozent weniger Wasser benötigt werden. „Unser Ziel ist es, in jeder einzelnen Raststätte auf eine Energieeinsparung von zehn Prozent und eine Senkung der CO2-Emissionen um 50 Prozent zu kommen“, erklärte Hauptgeschäftsführer Gianmario Tondato da Ruos.

„Von der neuen Umweltphilosophie und dem sich ändernden Verhältnis zum Kunden werden zunächst Lokale mit 400 Quadratmeter Nutzfläche betroffen sein“, so Tondato weiter. Als flankierende Maßnahme ist eine Umstellung der Fahrzeugflotte auf Hybridantriebe geplant. Außerdem soll mehr Aufmerksamkeit auf die Abfallentsorgung und das Packaging verwendet werden.

Autogrill gilt als international größte Betreiberin von Raststätten. Über die Tochterfirmen Aldeasa, Alpha Group und World Duty Free bestehen weltweit außerdem maßgebliche Beteiligungen an Flughafenshops und -restaurants. Das seit 1997 an der Mailänder Börse notierte Unternehmen kommt mit seinen insgesamt 5.300 Verkaufsstellen in 42 Ländern inzwischen auf einen Jahresumsatz von 4,9 Mrd. Euro.

Kollaps der weltweiten Fischerei

Trotz internationaler Warnungen vieler Experten, geht der Raubbau in den Ozeanen der Welt weiter. Regierungen ignorieren das Problem in vielen Fällen. In einer nun bei BBC-Online erschienenen Studie, bedroht die immer größere Menge an Beifängen die Fauna der Weltmeere. Bei der Jagd auf manche Fischarten werden sogar 80 Prozent der gefangenen Fische als Beifänge tot ins Meer geworfen. Greenpeace http://oceans.greenpeace.org schätzt die jährliche Menge an Beifängen zwischen 6,8 und 27 Millionen Tonnen. Die unsichere Datenlage spiegle sich in den unterschiedlichen Angaben wider.

Wie massiv sich der Raubbau des Menschen in den Weltmeeren auswirkt, davon berichtet auch der Fischereiexperte am International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) http://www.iiasa.ac.at in Laxenburg, Ulf Dieckmann, im pressetext-Gespräch. „Eines der bekanntesten Beispiele des Raubbaus sind die Grand Banks vor der Küste Neufundlands“, so Dieckmann. Dort ist der einst so berühmte Kabeljau-Bestand in einem dramatischen Kollaps vor 16 Jahren so stark zurückgegangen, dass eine kommerzielle Jagd nach dem beliebten Speisefisch seitdem verboten ist.“ Geirrt habe man sich mit der „naiven“ Annahme, dass sich die Bestände nach drei bis vier Jahren erholen würden. „Mit dem nahezu völligen Verschwinden des Kabeljaus ist es auch zu Verschiebungen der Arten im Ökosystem gekommen.“

Anders verhält es sich im Mittelmeer: Hier berichten Forscher wie Ricardo Aguilar von der Umweltgruppe Oceana http://www.oceana.org, dass das Verschwinden des Tunfisches für die Plage an Wirbellosen – darunter auch Quallen – verantwortlich ist. „Die meisten Wirbeltiere im Meer sind derart überfischt, dass die Populationen von Wirbellosen stark zunimmt.“ Auf den Grand Banks haben aus diesem Grund die Bestände an – teuer verkaufbaren – Krabben und Kammmuscheln stark zugenommen, wie Dieckmann berichtet. „Was hier für die Fischereiwirtschaft als Segen erscheint, ist ökologisch allerdings mehr als problematisch.“

Innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Regelungen über den Beifang. „Geregelt ist allerdings, dass gewisse Fischarten – vor allem jene, die nicht befischt werden dürfen, auch nicht an Land gebracht werden dürfen. „Diese werden dann auf hoher See ins Meer gekippt.“ Tragisches Detail am Rande: Alle davon sind beim Fang bereits tot. Die Regelung, dass man gewisse Arten nicht „anlanden“ dürfe, sei durchaus sinnvoll, meint Dieckmann. Allerdings fehle hier der zweite – viel wichtigere – Schritt: „Dieser müsste darin bestehen, von vorneherein die Menge des Beifangs so gering wie möglich zu halten und ihn bestenfalls ganz zu vermeiden.“ Dazu fehle allerdings unter den derzeitigen Bedingungen der finanzielle und wirtschaftliche Anreiz. „Bei manchen Fischarten ist es tatsächlich so, dass in den Netzen 80 Prozent Beifang landen.“

Ein weiteres großes Problem für die weltweiten Fischbestände sind illegale Fänge: Der monetäre Wert der Fische, die durch illegale Fischerei aus den Gewässern entnommen werden, beläuft sich auf hochgerechnet 15 Mrd. Dollar. Allein für Afrika hat David Agnew vom Imperial College http://www3.imperial.ac.uk in London den entgangenen Verlust durch nicht verkaufte Lizenzen mit einer Mrd. Dollar jährlich beziffert. Die ökologischen Schäden liegen allerdings weit höher, wie die Experten meinen. „Illegale Fischerei gibt es in allen Fischereigebieten“, meint Dieckmann. „Das ist wiederum häufig ein Problem der Beifänge, bei denen mehr oder weniger ungewollt Fischarten im Netz landen, die eigentlich nicht befischt werden dürften“, meint Dieckmann. Illegaler Fischfang sei daher in vielen Bereichen an der Tagesordnung.

Veröffentlicht in:  on at 2:46 Kommentar schreiben
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US-Behörde hebt Baustopp für Solarparks auf

Das US-amerikanische Bureau of Land Management (BLM) http://www.blm.gov hat nach nur einem Monat seinen für sechs westliche Bundesstaaten verhängten Baustopp für Solaranlagen wieder zurückgenommen. Grund für die Aussetzung der Lizenzerteilung waren Bedenken des BLM bezüglich der Umweltverträglichkeit dieser Anlagen. „Ich kann mir kaum Gründe vorstellen, welche ökologischen Schäden derartige Anlagen anrichten können“, erklärt Gerald Gruber, Experte für Photovoltaik bei der Ökostrom-AG, gegenüber pressetext http://www.oekostrom.at. Problematisch sei höchstes, dass wie bei allen Bauwerken auch hier Fundamente gelegt werden müssen und es damit zur Bodenversiegelung kommt. Zudem sei die Nutzung von Flächen, auf denen Solaranlagen errichtet werden, für 25-30 Jahre vorbestimmt. Denn so lange ist die durchschnittliche Nutzungsdauer.

Das Verbot galt für die Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Colorado, Nevada, New Mexico und Utah. Aufgrund der dort überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden sind diese Bundesstaaten besonders beliebt bei der Solarindustrie. Seit 2005 wurden über 130 Anträge auf Errichtung von Photovoltaik-Anlagen beim BLM gestellt. Dabei sollte eine Fläche von 4.460 Quadratkilometer, was etwa der fünffachen Größe von Berlin entspricht, bebaut und Strom für 20 Mio. Haushalte produziert werden. Nach dem aktuellen Rückzieher erklärt das BLM, dass alle bisher aufgelaufenen Anträge nun zügig behandelt würden und man wieder neue annehme. „Trotz der Aufhebung des Verbotes werden wir weiterhin die Auswirkungen derartiger Solarparks erforschen und eine umfassende Studie in Auftrag geben“, erklärt BLM-Direktor James Caswell.

Wie die New York Times berichtet, sei die Entscheidung des BLM erst auf massiven Druck aus der Politik zu Stande gekommen. So haben sich mehrere Mitglieder des Kongresses und des Repräsentantenhauses öffentlich höchst kritisch zu der Aussetzung des Genehmigungsverfahrens geäußert. „Diese Entscheidung ist richtig und notwendig. Denn sie hilft unserem Land unabhängiger von fossilen Rohstoffen wie Öl zu werden und steigert unsere Selbstbestimmtheit in der Energieproduktion“, so Kongress-Mitglied Mark Udall aus Colorado.

Diamant gibt Hinweise auf Leben vor 4,25 Mrd. Jahren

Ein internationales Forscherteam, dem auch Wissenschaftler der Universität Münster http://www.uni-muenster.de angehören, hat im ältesten Diamanten unerwartete Kohlenstoffeinschlüsse entdeckt, die einen Hinweis auf die mögliche Existenz von Leben vor 4,25 Mrd. Jahren – und damit das früheste Leben auf der Erde – geben. Bisher waren die Wissenschaftler immer davon ausgegangen, dass die ersten lebenden Zellen vor etwa 3,5 Mrd. Jahren entstanden sind. Über die Erkenntnisse berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com.

„Wir haben zum Teil einen unerwartet niedrigen Gehalt an dem schweren Kohlenstoffisotop C-13 gefunden“, so Martina Menneken vom Institut für Mineralogie und Studien-Co-Autorin gegenüber pressetext. „Geringe Anteile an diesem Isotop sind typisch für Kohlenstoff, der aus organischem Material stammt. „Das Verhältnis der verschiedenen Kohlenstoffisotope – insbesondere jener von C-12 und C-13 – haben die Forscher mit Hilfe eines Sekundärionen-Massenspektrometers gemessen. „Verbindungen mit C-12 sind in biologischen Prozessen leichter aufzuspalten, als Verbindungen mit dem schwereren Kohlenstoffisotop C-13. Die gemessenen Kohlenstoffisotopien könnten also ein Hinweis auf frühes Leben sein“, erklärt Menneken. Allerdings gebe es auch abiogene Prozesse, welche ebenfalls leichten Kohlenstoff anreichern.

Schon die Entdeckung der Diamanten vor etwa einem Jahr in Westaustralien war eine wissenschaftliche Sensation. Ein Team aus australischen, schwedischen und den deutschen Wissenschaftlern hat die Diamant- und Grafiteinschlüsse in den nur wenige Mikrometer großen, bis zu 4,25 Mrd. Jahre alten Zirkonen inzwischen weiter untersucht. „Diamanten können selbst nicht datiert werden, da sie kein Material enthalten, das radioaktiv zerfällt. Das Alter könne also nur durch die 0,3 Millimeter großen Zirkonkristalle, die die Diamanten umgeben, festgestellt werden. Hier haben wir unerwartete Werte des Kohlenstoffisotops C-12 gefunden. „Der heute häufigste Weg, solche Isotopen zu formen, heißt Photosynthese“, schreibt Alexander Nemchin von der australischen Curtin University http://www.curtin.edu.au, der ebenfalls Studien-Co-Autor ist. Während solcher Phasen extrahieren Lebewesen leichte Kohlenstoffe und lassen die schwereren in der Atmosphäre. „Wenn Organismen sterben, geben sie ziemlich genau Auskunft darüber“, schreibt der Forscher.

„Die Zusammensetzung der Kohlenstoffisotope ist ein Hinweis darauf, dass bereits vor 4,25 Mrd. Jahren Leben existiert haben könnte“, erklärt Menneken. Es gebe aber auch andere chemische Reaktionen solch niedrige Anteile an schwerem Kohlenstoff erzeugen. „Sicher ist, dass bereits sehr früh nach der Entstehung der Erde vor 4,56 Mrd. Jahren ein Kohlenstoffreservoir mit extrem niedrigen C-13-Anteilen auf der Erde existiert haben muss“ subsumiert die Forscherin. Die Daten wären jedoch kein Beweis für die Existenz von Leben, unterstreicht die Expertin. Sie würden allerdings die Frage aufwerfen, wie diese unerwartete Kohlenstoff-Zusammensetzung zustande gekommen sei.

EKGs können Leben von Sportlern retten

Das Untersuchen von Sportlern auf Anzeichen von versteckten Herzkrankheiten könnte Leben retten. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Institute of Sports Medicine gekommen. In Italien müssen sich Athleten regelmäßigen EKGs unterziehen. Die Wissenschaftler schreiben im British Medical Journal http://www.bmj.com, dass so Herzprobleme entdeckt werden konnten. Allein in Großbritannien sterben jedes Jahr Hunderte auf den ersten Blick völlig gesunde Menschen einen plötzlichen Herztod. Britische Gesundheitsaktivisten haben jetzt laut BBC gefordert, dass diese Tests auch in ihrem Land eingeführt werden. Sie können sich sogar vorstellen, dass routinemäßig Tests auch an Teenagern gemacht werden.

Die aktuelle Studie geht davon aus, dass EKGs, eine sehr effektive Möglichkeit darstellen, jene zu ermitteln, die dem höchsten Risiko ausgesetzt sind. Dieses System nutzt zwei Tests, einen in der Ruhephase und einen weiteren während der Ausübung der jeweiligen Sportart. Der erste Test ergab, dass 1,2 Prozent der Untersuchten über eine bis zu diesem Zeitpunkt nicht entdeckte Herzanomalie verfügten. Unter Belastung stieg dieser Wert auf fast fünf Prozent an. Probleme wurden allgemein eher bei älteren Athleten festgestellt. 159 Sportler wurden in der Folge von sportlichen Wettkämpfen ausgeschlossen. Nur in sechs Fällen hätte die Routineuntersuchung das bestehende Gesundheitsproblem erkannt.

Am meisten Aufsehen erregte vor kurzem der Tod des Fußballers Marc Vivien Foe, der Mitten in einem Spiel plötzlich verstarb. Schätzungen gehen davon aus, dass in Amerika alle drei Tage ein junger Wettkampfathlet aufgrund einer nicht diagnostizierten Herzerkrankung stirbt. Die allgemeine Debatte dreht sich derzeit um die wahrscheinlichen Kosten der EKGs und auch darum, ob falsche positive Auswertungen die Karrieren von viel versprechenden Athleten gefährden könnten. In Amerika und Europa lassen die meisten Sportorganisationen derzeit zukünftige Wettkampfsportler körperlich genau untersuchen. Dabei wird auch die Krankheitsgeschichte des Sportlers und seiner Familie berücksichtigt.

Kinder auf Achse – Trügerische Sicherheit im Straßenverkehr

Auf den ersten Blick zeigen die Statistiken zu Kinderunfällen im Straßenverkehr für die Schweiz und Deutschland einen überaus positiven Trend. So zählte die Schweiz im Jahr 2006 auf ihren Straßen 16 Todesopfer unter 15 Jahren sowie 326 schwer und 1.605 leicht verletzte Kinder – zwei Jahre zuvor waren es noch 23 Todesopfer sowie 418 schwer und 1.710 leicht verletzte Kinder. Ähnlich sieht es in Deutschland aus: Hier waren 2006 insgesamt 136 Todesopfer im Alter unter 15 Jahren sowie 5.694 schwer und 28.704 leicht verletzte Kinder zu beklagen – zwei Jahre zuvor waren es noch 153 Todesopfer sowie 6.577 schwer und 30.555 leicht verletzte Kinder.

Allen erfreulichen Entwicklungen zum Trotz: Jedes Kind, das bei einem Verkehrsunfall verletzt wird oder ums Leben kommt, ist eines zu viel. Nicht vergessen werden darf außerdem, dass es insbesondere bei einem Unfall von einer leichten zu einer schweren Verletzung oftmals nur ein kleiner Schritt ist. Ein vordringliches Ziel muss es deshalb sein, die Zahl der jungen Unfallopfer weiter zu senken. Die Statistiken aus Ländern wie Irland oder Schweden zeigen, dass dies durchaus geht.

AXA Winterthur (Schweiz) und DEKRA sind sich dabei einer großen Verantwortung bewusst. Seit 1981 erarbeiten die beiden Unternehmen regelmäßig neue Studien zur Verkehrssicherheit und führen in diesem Zusammenhang auch Crashtests durch. Aktuelle Crashtests beschäftigen sich dabei mit Unfällen mit Kindern. „Damit tragen wir zum einen dem Umstand Rechnung, dass Kinder die schwächsten Verkehrsteilnehmer sind – ob auf dem Fahrrad, auf Inline-Skates oder auch im Auto“, erklärt Anton Brunner, Leiter Unfallforschung der AXA Winterthur. „Zum anderen wollen wir mit den Crashtests allen erwachsenen Verkehrsteilnehmern deutlich machen, welch große Verantwortung sie im Straßenverkehr tragen und wie wichtig ein umsichtiges, rücksichtsvolles Verhalten ist“, ergänzt Jörg Ahlgrimm, Leiter Unfallanalyse der DEKRA.

Kinder reagieren im Straßenverkehr anders als Erwachsene

Dass Kinder in so hohem Maße unfallgefährdet sind, hat unterschiedliche Gründe. Tatsache ist: Kinder erleben den Verkehr völlig anders als Erwachsene – entsprechend anders reagieren sie auch. Kinder haben ein engeres Blickfeld als Erwachsene, seitlich herankommende Fahrzeuge bemerken sie daher erst spät. Auch können Kinder nicht über parkende Autos hinwegsehen – sie sehen weniger und werden auch weniger gut gesehen. Ebenso unterscheidet sich ihre Wahrnehmung von Zeit, Geschwindigkeit und Entfernung – solche Bewegungszusammenhänge können sie erst ab acht bis zehn Jahren einschätzen.

Häufig kommt es zudem vor, dass Kinder ein Auto personifizieren. Sie sehen dann zum Beispiel die Scheinwerfer als Augen in einem Gesicht, der Kühler wird zum Mund. Fatale Folge: Das Kind nimmt an, dass das Auto es sieht und bremsen wird. Verschärft wird die Situation schließlich auch noch dadurch, dass Kinder beim Spielen oder beim Fahren mit dem Fahrrad die Welt um sich herum und vergessen den Straßenverkehr nur ungenügend beachten. Einem Ball, der auf die Straße rollt, springen sie auch dann nach, wenn ein Auto naht. Deshalb gehören das plötzliche Überqueren der Straße und das unerwartete Hervorrennen hinter geparkten Autos zu den häufigen Unfallursachen, bei denen Kinder im Straßenverkehr zu Opfern werden.

Als Autofahrer ist man dadurch umso mehr gefordert. Wie man auf der Autobahn damit rechnen muss, dass ein Fahrzeug plötzlich ausschert, muss man speziell in Wohngebieten immer darauf gefasst sein, dass plötzlich ein Kind auf die Straße rennt oder fährt. „Autofahrer müssen sich bewusst sein, dass selbst Tempo 30 in einer Wohnstraße zu schnell sein kann“, sagt Anton Brunner.

Viele Kinder falsch gesichert

Bewusst haben sich die Unfallforscher der AXA Winterthur und der DEKRA bei einem ihrer Crashtests auch für eine Konstellation entschieden, die typisch für unverantwortliches Handeln eines Autofahrers ist. So zum Beispiel ein Crashtest, bei dem ein Cabrio mit einem zwischen den beiden Vordersitzen stehenden Kind frontal versetzt auf einen Kombi prallt. „Kein verantwortungsbewusster Mensch lässt sein Kind im dritten Stock eines Hauses am offenen Fenster spielen – zwischen den Vordersitzlehnen eines Autos kann dasselbe Kind aber ungesichert auch bei Autobahntempo herumturnen“, spielt Brunner kritisch auf eine gar nicht so seltene Verkehrssituation an.

Auch wenn die Anschnallquote von Kindern in den letzten Jahren zugenommen hat, besteht hier noch großes Verbesserungspotenzial. „Denn für ungesicherte Kinder ist das Risiko, tödliche oder schwere Verletzungen zu erleiden, siebenmal höher als für Erwachsene“, gibt Jörg Ahlgrimm zu bedenken. Verschiedene Studien belegen zudem, dass Kinder oft nicht optimal angegurtet werden. In der Schweiz und in Deutschland sind rund 60 Prozent aller Kinder im Kindersitz nicht richtig gesichert. „Dieser Anteil könnte durch stärkere Aufklärung über die richtige Anwendung der Kindersicherungssysteme erheblich reduziert werden“, so Ahlgrimm.

Grundsätzlich muss der Kindersitz dem Gewicht, der Größe und dem Alter des Kindes entsprechen. Seit April 2008 sind dabei nur noch Kindersitze gemäß der ECE-Regelung 44-03 oder -04 zugelassen. Die richtige Montage ist ebenso von Bedeutung wie der einwandfreie Zustand des Sitzes. Viele Eltern vergessen beim Kauf, dass auch gebrauchte Kindersitze, die auf den ersten Blick einen guten Eindruck machen, Mängel aufweisen können.

Welch lebensrettende Bedeutung der Sicherheitsgurt hat, belegen nachhaltig übrigens auch schon frühere Crashtests der AXA Winterthur und der DEKRA. Danach bietet der Sicherheitsgurt bei Frontalkollisionen den größten Schutz. Bereits bei geringer Fahrgeschwindigkeit ist die Verletzungsgefahr für nicht angegurtete Insassen hoch: Die Aufprallenergie bei 50 Stundenkilometern ist vergleichbar mit einem Sturz aus dem vierten Stock eines Hauses. Die Gesetze der Physik gelten schließlich auch im Straßenverkehr. Danach vergrößert sich die Energie mit dem Quadrat der Geschwindigkeit: Ein Auto, das mit 60 km/h unterwegs ist, hat also vier Mal mehr Energie als ein Auto, das mit 30 km/h fährt. Auch bei Unfällen mit Überschlag mindert der Gurt die Verletzungsgefahr erheblich. Nicht gesicherte Insassen können aus dem Auto geschleudert werden und somit erhöht sich das Verletzungs- und Todesfallrisiko.

Gesichert werden muss auch die Ladung im Fahrzeug – insbesondere bei Kombis. Bereits bei geringer Geschwindigkeit und kurvenreicher Straße, geraten schlecht gesicherte Gegenstände im Fahrzeug in Bewegung. Schnell können sie bei einer Kollision zu tödlichen Geschossen werden. Mit einem Vielfachen des Eigengewichtes werden aus kleinen Teilen schwere Brocken. Schon bei einem Aufprall mit 50 Stundenkilometern setzt sich die „Ladung“ mit bis zu 30-facher Erdbeschleunigung in Bewegung. So wird aus einer Getränkekiste plötzlich ein Ungetüm von fast 400 Kilogramm.

Diese Wucht können sich allerdings nur die wenigsten Menschen vorstellen. Deshalb unterschätzen sie auch regelmäßig die mit höheren Geschwindigkeiten verbundenen Gefahren. Der Beweis dafür sind Unfälle, bei denen Kinder oder mitgeführte Ladung nicht oder nicht richtig gesichert wurden – insbesondere auf Kurzstrecken. Die Verantwortung dafür tragen meist die Eltern beziehungsweise die Fahrzeugführer.

Auch Kinder auf dem Trailerbike müssen mit Gefahren rechnen

Großen Gefahren sind Kinder auch beim Fahrradfahren ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, ihnen den Umgang mit dem Fahrrad unter möglichst sicheren Umständen näher zu bringen. In der Schweiz wie in Deutschland ist dafür das so genannte Trailerbike ein bei Eltern beliebtes Gefährt. Das Trailerbike sieht aus wie ein Fahrrad ohne Vorderrad, es kann wie ein Anhänger mit einer Kupplung am Rad eines Erwachsenen befestigt werden. Das Kind bleibt so in der Obhut des Lenkers, kann aber trotzdem aktiv die Pedale bedienen. Darüber hinaus lernen die Kinder auf diese Weise den Verkehr kennen, ohne auf sich alleine gestellt zu sein.

Während man das Trailerbike jedoch auf Fahrradwegen oder verkehrsarmen Straßen relativ sicher mitführen kann, wird das Gespann im Stadtverkehr oft als Hindernis betrachtet. Es wird von ungeduldigen Auto- oder Lastkraftwagenfahrern bedrängt und überholt, was zu gefährlichen Auffahr- oder Abbiegeunfällen führen kann.

Wird das Kind auf dem Fahrrad oder mit dem Trailerbike mitgenommen, hat umfassender Schutz oberste Priorität. Neben einem gut sitzenden Fahrradhelm empfiehlt es sich, dem Kind eine auffällige, kontrastreiche Kleidung anzuziehen und eine Fahne am Fahrrad zu befestigen. So wird es besser gesehen. „Die Eltern sollten darüber hinaus darauf achten, dass sich das Fahrrad in einem verkehrssicheren Zustand befindet“, rät Jörg Ahlgrimm. Dazu gehören Lenker und Sattel in der richtigen Höhe, funktionierende Bremsen und Beleuchtung, Reflektoren und eine Klingel.

Abschließende Bemerkung zu Kindern auf dem elterlichen Fahrrad: Studien zeigen, dass es ungünstig ist, Kinder in Sitzen im Lenkerbereich zu transportieren. Grund: Das zusätzliche Gewicht an dieser Stelle erschwert das Manövrieren. Zudem läuft das Kind Gefahr, dass es bei einem Sturz unter dem Fahrer zu liegen kommt. Grundsätzlich gilt: Je weiter hinten die Kinder mitfahren, desto besser sind sie geschützt – ob Trailerbike, Fahrradanhänger oder Fahrradsitz.

Fazit: Wer Kinder im Straßenverkehr besser schützen will, muss vor allem darüber Bescheid wissen, wie sie den Verkehr erleben und wie sie auf ihn reagieren. Entscheidend kommt es darauf an, Kinder durch vorbildhaftes, rücksichtsvolles und umsichtiges Verhalten vor Unfallgefahren zu behüten. Ebenso wichtig ist es aber auch, Kinder im Rahmen der Erziehung mit den Gefahren des Straßenverkehrs vertraut zu machen. Nur wenn Kinder von klein auf lernen, Risiken zu vermeiden, entwickeln sie sich langfristig zu selbstständigen Verkehrsteilnehmern.

Informationen über die Crashtests finden Sie auch im Internet:
http://www.axa.de/crashtests
http://www.dekra.de (unter „Presse“)

Weitere Auskünfte erteilen:

AXA Konzern AG: Konzernkommunikation
Tel. +49 (0)221 14 82 41 13
DEKRA e.V.: Presse und Information
Tel. +49 (0)711 78 61 24 19 (Ende)

Schlankmacher Hoodia: Rücksichtslose Ausbeutung der Natur

Das unscheinbare kaktusähnliche Gewächs namens Hoodia gordonii ist als Appetitzügler und Durstlöscher seit Jahrhunderten unter dem Volk der San Südafrikas bekannt. Seit aber Hoodia-Produkte als Schlankmacher die westlichen Märkte überschwemmen, ist es mit der nachhaltigen Nutzung der Pflanzen vorbei, denn für die Herstellung von Diätmitteln werden die Wildbestände schonungslos geplündert. Weiteres Detail am Rande: Jene Präparate, die zumeist über Internet-Apotheken verkauft werden, verfügen meist über keine gültigen Einfuhrgenehmigungen.

„Hoodia gehört zu den weltweit etwa 350 Arzneipflanzen, die unter die strengen Schutzbestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens fallen“, so WWF-Artenschutzexpertin Jutta Jahrl http://www.wwf.at/CITES gegenüber pressetext. Ohne gültige CITES-Einfuhrgenehmigung ist der Import in die EU verboten. Der Handel mit Hoodia sei nicht illegal, allerdings sei zu befürchten, dass er nicht wirklich nachhaltig betrieben werde. „Die Bestände der Hoodia-Arten wachsen in den semi-ariden Gebieten Namibias, Südafrikas und Botswanas nur sehr schütter“, erklärt die Expertin. Während der vergangenen zehn Jahre sei die Nachfrage nach diesen Pflanzen stark gestiegen und damit sind die Wildbestände aller Hoodia-Arten – auch wenn nur H. gordonii nachgewiesenermaßen diesen Wirkstoff enthält – extrem gefährdet.

Während Pharmakonzerne Millionengewinne machen, werden die indigenen Völker an den Einnahmen, die die Verwertung ihres traditionellen Wissens und die Ausbeutung ihrer Ressourcen bringt, nur marginal beteiligt, kritisiert die Umweltorganisation. Auch die San erhielten erst nach einem jahrelangen Rechtsstreit nur eine geringe Entschädigung durch den Patentinhaber – einem Forschungsinstitut in Südafrika. „Ein Großteil der Diätmittel aus Hoodia werde jedoch ohne Lizenz verkauft – auch in Österreich. Somit ist eine Gewinnbeteiligung der San nicht gewährleistet“, meint Jahrl.

Der renommierte Experte Michael Heinrich, Leiter des Centre for Pharmacognosy and Phytotherapy http://www.pharmacy.ac.uk in London, hatte bereits vor einigen Jahren im pressetext-Interview davor gewarnt, dass die massive Nutzung von pflanzlichen Arzneimitteln zu einem Verlust der Biodiversität führt. „Vom Verschwinden ehemals einheimischer Pflanzen haben Forscher 1997 aus dem mittelamerikanischen Staat Belize berichtet. 1940 konnte der lokale Heiler alle benötigten Heilpflanzen im Umkreis von zehn Geh-Minuten erreichen. 1988 brauchte er für die Ernte der gleichen Pflanzen rund 70 Minuten“, so Heinrich. Die von ihm gesammelten Pflanzen würden aber nur in dieser Region verwendet und weder national noch international vermarktet.

„Die steigende Nachfrage unserer Überflussgesellschaften nach Schlankmachern und anderen Nahrungsergänzungsmitteln aus der Natur hat zum gefährlichen Schrumpfen der Bestände von Heil- und Medizinalpflanzen geführt“, so Jahrl. Das größte Problem dabei sei, dass 80 Prozent dieser Pflanzen nicht kommerziell angebaut, sondern wild gesammelt werden. So könne auch Hoodia noch nicht in großem Stil gezüchtet werden. „Medizin und Artenschutz müssen Hand in Hand gehen. Ohne Handelskontrolle droht wertvollen Pflanzen, die wir für unsere Gesundheit nutzen, das Aus“, meint auch der CITES-Experte des Lebensministeriums Max Abensperg-Traun http://www.lebensministerium.at. „Gleichzeitig entzieht man durch rücksichtslose Ausbeutung den Einheimischen die Möglichkeit der Nutzung von Heilmethoden und lebensnotwendiges Wissen, das sie von Generation zu Generation weiter gegeben haben.“

Vor allem bei Bestellungen im Internet sei die Herkunft oder Zulassung von Diätmitteln und anderen pflanzlichen Präparaten nur schwer nachvollziehbar. In Österreich wurden 2007 erstmals größere Mengen illegal importierter Produkte aus bedrohten Medizinalpflanzen beschlagnahmt. Darunter befanden sich auch fast 3.000 Stück Hoodia-Tabletten.

Flachbildschirmproduktion emittiert gefährliches Treibhausgas

Das in der Produktion von Flachbildschirmen verwendete Stickstofftrifluorid gefährdet die Atmosphäre viel stärker als bisher bekannt. Stickstofftrifluorid wird zur Entfernung von Rückständen von der Bedampfung des Bildschirms verwendet. Wie NewScientist in seiner Onlineausgabe berichtet, ist diese zu den langlebigen Treibhausgasen gehörende Verbindung 17.000 Mal wirksamer als Kohlendioxid. „Das Problem ist, dass dieses ein künstliches Gas ist und im Gegensatz zu Kohlendioxid natürlicher Weise nicht in der Atmosphäre vorkommt. Von daher hat es pro Masseneinheit einen besonders starken Einfluss auf den so genannten Treibhauseffekt“, erläutert Hartmut Graßl vom Max-Planck-Institut für Meteorologie aus Hamburg gegenüber pressetext.

Derzeit würden jedes Jahr 4.000 Tonnen dieses Gases in die Atmosphäre eingeleitet werden. „Dies entspricht etwa 67 Mio. Tonnen Kohlendioxid und wir erwarten, dass sich die ausgestoßene Menge im nächsten Jahr verdoppeln wird“, sagt Michael Prather, Direktor des Instituts für Umwelt an der Universität von Kalifornien in Irvine. Problematisch sei, so Prather, dass es im Gegensatz zu Kohlendioxid keine umfassende Kontrolle über die abgegebenen Mengen von Stickstofftrifluorid gibt. Von daher könne man auch nicht genau sagen, wie viel davon bereits in die Atmosphäre gelangt sei. Hinzu kommt, dass Stickstofftrifluorid nicht im Kyoto-Protokoll von 1997 Erwähnung findet. „Grund dafür ist, dass es damals noch kaum benutzt wurde. Aber wir hoffen, dass es in den Nachfolgeerklärungen als gefährliches Treibhausgas mit aufgenommen wird“, erklärt Graßl.

Der Treibhauseffekt, der ein natürlicher und für das Leben auf der Erde notwendiger ist, basiert auf der Absorption und Umwandlung von Sonnenstrahlen und deren erneuter Emission. „Die einfallende Strahlung der Sonne ist kurzwellig und diese wird von sämtlichen Körpern auf der Erde absorbiert und dann als langwellige Strahlung wieder in Richtung Weltall abgegeben“, so Graßl weiter. In der Atmosphäre kommt es durch die Treibhausgase zu einer erneuten Absorption dieser Strahlung. „Würde es die Treibhausgase nicht geben, wäre es auf der Erde so kalt, dass hier kein komplexes Leben möglich wäre“, erklärt Graßl. Doch dadurch, dass jährlich alleine 32,4 Mrd. Tonnen Kohlendioxid zusätzlich in die Atmosphäre gepumpt werden, erwärmt sich das Klima zusehends. Erst in den hohen Luftschichten, in 40-50 Kilometer Höhe, werden diese neuen Treibhausgase durch das dann kurzwelligere Sonnenlicht in ihre Bestandteile zerlegt. Bis dies passiert wandern die Gase wie in einem Fahrstuhl aber zwischen der Stratosphäre und der Troposphäre hin und her. Diese Wanderung kann beim Stickstofftrifluorid bis zu 550 Jahre dauern – denn so lange dauert es, bis es wesentlich zerfallen ist.