Gutartige Tumoren der Brust treten bevorzugt in jungen Jahren auf. Es gibt unterschiedliche gutartige Tumoren und tumorartige Veränderungen:
- Fibroadenome: derbe, gut tastbare Bindegewebswucherung
- Lipome: Wucherungen der Fettgewebszellen
- Phylloidestumor (Cystosarcoma phylloides)
- Intraduktales Papillom (Milchgangspapillom)
- Adenome der Brust (Mamma) und der Brustwarze (Mamille)
Manchmal kann die Frau selbst oder der Frauenarzt den Tumor bereits ertasten. Mit Ultraschall (Sonographie) oder einer Mammographie kann die Geschwulst in Größe und Form dargestellt werden. Wird der Tumor entfernt oder eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie), wird er mikroskopisch untersucht, vor allem um einen bösartigen Tumor (Brustkrebs) auszuschließen.
Gutartige Brusttumoren werden häufig operativ entfernt.
Gutartige Brusttumoren: Definition
Es gibt eine Reihe von gutartigen (benignen) Tumoren der Brust (Mamma). Im Gegensatz zu den bösartigen (malignen) Tumoren handelt es sich dabei nicht um Brustkrebs.
Ein Fibroadenom entsteht durch eine polsterartige Wucherung des Bindegewebes. Es wächst dabei in Richtung der Drüsenlichtung und engt sie dadurch ein. Ein Fibroadenom ist ein derb und gut abgegrenzter Knoten, der nach einer Entnahme eine grau-weißliche Schnittfläche besitzt. Eine Sonderform ist das jugendliche, juvenile Fibroadenom. Die Tumoren wachsen langsam und erreichen meist die Größe einer Erbse oder Pflaume. Sie besitzen jedoch eine Wachstumstendenz in Zeiten der hormonellen Umstellung, also während der Pubertät, in der Schwangerschaft oder vor der Menopause.
Bei den Lipomen handelt es sich um Wucherungen der Fettgewebszellen.
Der Phylloidestumor wird auch als Cystosarcoma phylloides bezeichnet. Dieser gutartige Tumor kann gewaltige Ausmaße annehmen.
Das intraduktale Papillom wird auch als Milchgangspapillom bezeichnet. Es handelt sich um einen seltenen Tumor der Milchdrüsenausführungsgänge. Die Wucherung geht dabei von den Epithelien der Milchgänge aus. Der Tumor ist meist zentral unterhalb der Brustwarze (Mamille) im Sinus lactiferi, der Aufweitungen der großen Milchgänge kurz vor ihrer Mündung in die Mamille, gelegen.
Unter den Adenomen der Brust werden einige unterschiedliche Tumoren zusammengefasst. Sie wurden früher zu den Fibroadenomen oder zur Mastopathie gezählt und gelten heute aber als eigenständige Gruppe der gutartigen Tumoren.
Häufigkeit
Etwa 15 Prozent aller Frauen lassen sich im Laufe ihres Lebens wegen eines Knotens in der Brust untersuchen. Die Tendenz ist steigend. Das Verhältnis von gutartigen zu bösartigen Tumoren beträgt ca. 60:40.
Fibroadenome sind die häufigsten gutartigen Tumoren der Brust. Sie treten in den meisten Fällen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, also in der Zeit nach der Pubertät und vor der Menopause. Bei 15 Prozent der Frauen treten die Tumoren beidseitig und/oder vielfach in Erscheinung. Das juvenile Fibroadenom tritt zwischen dem zwölften und 20. Lebensjahr auf.
Gutartige Brusttumoren: Ursachen
Wahrscheinlich begünstigen mehrere Faktoren die Entstehung eines gutartigen Brusttumors, z.B. eine Langzeittherapie mit Östrogenen. Ebenso scheinen ledige Frauen und solche, die keine Geburten hatten oder in hohen sozioökonomischen Verhältnissen leben, ebenfalls ein erhöhtes Risiko zu haben. Dagegen scheinen Frauen, die mehrere Kinder geboren, lange gestillt oder die Anti-Baby-Pille genommen haben, ebenso wie Raucherinnen und Frauen, die lange Zeit mit Gestagenen behandelt worden sind, seltener an einem gutartigen Brusttumor zu erkranken.
Gutartige Brusttumoren: Symptome
Fibroadenome machen meist keine Beschwerden und werden zufällig oder bei der Untersuchung der Brust getastet. Bei sehr dünnen Frauen und einem hautnahen Sitz des Fibroadenoms kann die Haut vom Tumor vorgewölbt sein. In der Schwangerschaft kann es zu Entzündungen und Schmerzen kommen, wenn die Umbauvorgänge während dieser Zeit zu einer mangelhaften Versorgung des Tumors führen.
Auch Lipome verursachen selten Beschwerden und fallen nur an sehr fettgewebsarmen Brüsten auf.
Phylloidestumoren sind meist gut zu ertasten. Die Oberfläche ist sehr unregelmäßig, was daran liegt, dass innerhalb des Tumors sehr unterschiedliche Prozesse stattfinden. Zysten und Erweichungen sind Teil des mikroskopischen Erscheinungsbilds. Da der Tumor sehr schnell wächst, kann er z.T. geradezu monströse Größen annehmen, aber der mittlere Durchmesser beträgt nur 5 cm. Der Tumor kann, wenn die Haut durch den ständigen Druck des Tumors ausgedünnt ist, blumenkohlartig nach außen durchbrechen.
Ein intraduktales Papillom neigt zu einer Galaktorrhoe, einem milchartigen Ausfluss aus der Brustwarze. Es kann jedoch auch zur Absonderung anderer Sekrete, z.T. auch blutigen, kommen. Der Tumor kann bis zu mehreren Zentimetern groß werden, ist jedoch aufgrund seiner weichen Konsistenz schwer als Tumor zu ertasten. Papillome, die nicht hinter der Brustwarze gelegen sind, fallen eventuell nur durch eine Galaktorrhö oder einen anderen Sekretausfluss auf.
Ein Adenom der Brustwarze (Mamille) ist meist nicht mehr als erbsengroß. Der Tumor kann die Mamille vorwölben bzw. zu Einziehungen derselben führen. Es kann zu blutiger Sekretion aus der Mamille kommen.
Das Adenom der Brust (Mamma) wird ca. drei bis vier Zentimeter groß. Es gibt eine Form, die dazu neigt, Sekret abzusondern (laktierendes Adenom), und eine andere, bei der dies nicht geschieht (tubuläres Adenom).
Gutartige Brusttumoren: Diagnose
Manchmal kann die Frau selbst oder der Frauenarzt den Tumor bereits ertasten. Mit Ultraschall (Sonographie) oder einer Mammographie kann die Form und Größe genau dargestellt werden. Wird der Tumor entfernt oder eine Gewebeprobe entnommen (Biopsie), wird er mikroskopisch untersucht, vor allem um einen bösartigen Tumor (Brustkrebs) auszuschließen.
Bei Tumoren, die ein Sekret aus den Milchgängen absondern, z.B. beim intraduktalen Papillom, kann eine so genannte Galaktographie genaueren Aufschluss über die Lokalisation und Ausdehnung des Tumors geben. Die Galaktographie ist eine röntgenologische Kontrastdarstellung der Milchgänge, d.h. das Milchgangsystem wird mit Kontrastmittel gefüllt, das dann im Röntgenbild erkennbar ist und Veränderungen dieses Systems sichtbar macht.
Gutartige Brusttumoren: Therapie
Gutartige Brusttumoren werden häufig operativ entfernt.
Kleine, einseitige und einzelne Fibroadenome können belassen werden, sollten aber regelmäßig beim Frauenarzt kontrolliert werden. Das juvenile Fibroadenom wächst rasant und sollte deshalb so schnell wie möglich entfernt werden. Ansonsten verdrängt es leicht den normalen Drüsenkörper.
Wenn über die Gutartigkeit eines Lipoms Zweifel besteht, sollte man es operativ entfernen und durch anschließende mikroskopische und zytologische Diagnostik genauer abklären.
Der Phylloidestumor bildet fingerartige Ausläufer in das umliegende Brustgewebe, wodurch die komplette Entfernung schwierig ist und es häufig nach der Entfernung zu einer neuen Tumorbildung kommt. Der Tumor wird deshalb mit einem großen Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe operativ herausgeschnitten. Bei sehr großen Tumoren kann eine komplette Entfernung der Brust notwendig sein. Wenn in der Achselhöhle vergrößerte Lymphknoten tastbar sind, sollten diese mit entfernt werden. Ansonsten ist dies nicht nötig, da sich Phylloidestumoren im Allgemeinen nicht entlang der Lymphknoten ausbreiten.
Intraduktale Papillome werden operativ entfernt. In sehr seltenen Fällen, wenn z.B. verdächtige Zellen bei der mikroskopischen Untersuchung einer Gewebeprobe auffallen oder sehr viele einzelne Tumoren auftreten, kann eine komplette Brustentfernung nötig sein.
Adenome der Brust und der Brustwarze werden mit einem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt und anschließend mikroskopisch untersucht.
Gutartige Brusttumoren: Verlauf
Gutartige Brusttumoren haben im Allgemeinen eine gute Prognose, weil sie meist nicht sehr schnell wachsen und das umliegende Gewebe nicht zerstören. Auch bilden sie im Gegensatz zu den bösartigen Tumoren (Brustkrebs) keine Tochtergeschwülste (Metastasen).
Die Entartungstendenz beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem gutartigen Tumor ein bösartiger entsteht. Fibroadenome haben eine geringe Entartungstendenz von 0,5-1,5 Prozent. Frauen über 40 neigen dabei am ehesten zu einer Entartung, weshalb vor allem sie operiert werden sollten.
Papillome gehen zwar nicht so häufig (etwa fünf bis 17 Prozent) in einen bösartigen Tumor über, werden aber von einigen Medizinern als Vorstufe zum Krebs (sog. Präkanzerose) angesehen. Papillome, die mehrfach auftreten, haben ein wesentlich erhöhtes Risiko, bösartig zu werden, als einzeln vorkommende Papillome.
Auch die Prognose der Adenome ist gut. Die maligne Entartung ist äußerst selten. Nach einer operativen Entfernung treten erneute Tumoren (Rezidive) eigentlich nur dann auf, falls der Tumor nicht komplett entfernt wurde.
Gutartige Brusttumoren: Vorbeugen
Spezielle Möglichkeiten, um gutartigen Brusttumoren vorzubeugen, sind nicht bekannt.





